Ein Blick «Down Under» – an die WM 2023

Endlich – nach vier Jahren Wartezeit ist sie zurück: Vom 20. Juli bis zum 20. August 2023 schaut die gesamte Frauenfussballwelt nach Down Under, wo die Weltmeisterschaft stattfinden wird. Australien und Neuseeland sind als Gastgeber eifrig in die Vorbereitungen vertieft, wobei auch der Enthusiasmus der Fans stetig steigt. Wir beleuchten verschiedene Aspekte der WM sowie des lokalen Fussballs der Kiwis und Aussies.

Das bedeutet die WM für Down Under

Die Euphorie ist riesig in den beiden Ländern, als im Juli 2020 vom Fussballverband FIFA bekannt gegeben wird: Australien und Neuseeland richten die Frauenweltmeisterschaft 2023 aus! An diesem Abend leuchtete das Sydney Opera House in den Landesfarben. Lokale Stars zieren das grosse Gebäude.

Euphorie pur in Sydney: Die Oper wird zur Projektionsfläche der Vorfreude. (japantimes.co.jp / ausleisure.com)

Das Ereignis ist dreifach historisch. Es ist die erste WM…
… mit zwei Gastgeberländern.
… in der südlichen Hemisphäre.
… mit 32 teilnehmenden Teams.

Um diesem Event, dem weltweit grössten des Frauensports, gerecht zu werden, legen sich die Regierungen und die nationalen Verbände mächtig ins Zeug. So werden Upgrades von Stadien und Veranstaltungsorten finanziell unterstützt. Und das machen sie gerne: «Diese Verbesserungen sind entscheidend für den Erfolg des Turniers. Sie werden aber auch den örtlichen Gemeinden, die diese Einrichtungen nutzen, zugutekommen, was ein weiterer guter Grund ist, darin zu investieren», meint Grant Robertson, Minister für Sport und Freizeit.

«Ein Turnier von solch globaler Bedeutung an unseren Küsten zu haben, ist am bedeutendsten, wenn es unsere Gemeinden auf lokalem Level weiterbringt.»

Paula Hansen, NZ Fussball General Manager der WM 2023

Dieser Fokus auf Nachhaltigkeit soll den Sport in Ozeanien richtig verankern. Auf jenem Kontinent, wo junge Fans nahe an ihren Helden und Inspirationen sind, soll das Turnier ein unvergessliches Erlebnis werden.

Alle Schauplätze auf einen Blick

31 Tage, 32 Teams, 64 Spiele, 10 Stadien: Die kleinste Spielstätte – das Perth Rectangular Stadium – hat eine Kapazität von 22’000 Plätzen, das grösste Stadion ist das Stadium Australia in Sydney. Es bietet Platz für 83’500 Personen. Hier findet auch der Final statt. Einige Stadien wurden extra für die WM erweitert – und übertreffen dabei auch das Fassungsvermögen der Spielstätten der letzten WM. In Frankreich 2019 besuchten 57’900 Leute den Final, was der maximalen Kapazität des Stadions entsprach.

Das Eröffnungsspiel in Auckland, das Finale in Sydney: Partien werden in beiden Ländern ausgetragen. (stadiumdb.com)

«Matildas» und Fussball

Benannt nach der Hymne «Waltzing Matilda», sind die Matildas das australische Frauenfussball-Nationalteam. Zeitgleich mit dem Schweizer Nationalteam trugen die Australierinnen im Jahr 1970 ihre ersten Partien aus, und zwar gegen Neuseeland. Acht Jahre später erst spielten sie auch gegen weitere Gegnerinnen. Bis heute starteten sie an vier Olympiaden und sieben Weltmeisterschaften. Der grösste Erfolg war dabei der Achtelfinal an den drei WM-Endrunden von 2007 bis 2015. Dies und fünf Titel diverser Meisterschaften in Ozeanien sowie Südostasien brachten sie auf Rang 12 der Weltrangliste. Ausserdem stellten die Fans der Matildas im letzten Jahr einen neuen Rekord von 36’109 Zuschauern beim Freundschaftsspiel gegen die USA in Sydney auf.

Die jubelnden Matildas (matildas.com.au)

Etwas durchzogener verlief der Start der heimischen Liga. 2004 wurde der Ligabetrieb nach lediglich acht Jahren eingestellt und erst 2008 nach einer erfolgreichen WM-Qualifikation der Matildas wieder aufgenommen. Nun aber läuft es in der «Liberty A-League»: Noch 2015 gab es grosse Lohnunterschiede, 2017 dann wurde ein Minimallohn von 10’000 Australischen Dollar festgelegt.

Bis 2025 soll sich dank eines Fünf-Jahres-Vertrags zwischen der Gewerkschaft «Professional Footballers Australia» und dem digitalen Sportunterhaltungsgeschäft «Australian Professional Leagues» die Situation weiter verbessern. Der australische Frauenfussball soll auf ein neues Level gehievt werden.

Das sind die Massnahmen:

  • Erhöhung der Mindestlohnsumme pro Team: von 294’000 (2021) auf 390’000 Australische Dollar
  • Verbesserung der Infrastruktur
  • mehr Sichtbarkeit: Gratis-Streaming aller Spiele der Saison 2022/2023

«Football Ferns» und Fussball

Klein, aber fein: Auch Neuseeland stellt seit 1975 ein Frauennationalteam – die «Football Ferns». Der Name kommt nicht von ungefähr: Auf dem Trikot prangt die Nationalpflanze, der «Sliver Fern» (auf Deutsch «Silberfarn»). Und die Neuseeländerinnen sind gut unterwegs. Sie sind in der Weltrangliste auf Platz 22 klassiert – einen Rang hinter der Schweiz. Internationale Erfahrung holten sie an vier Olympiaden und fünf Weltmeisterschaften (grösster Erfolg: Gruppenphase). Zudem gewannen sie sieben Titel an asiatischen Meisterschaften.

Das neuseeländische Nationalteam um Captain Ali Riley (nzfootball.co.nz)

In Sachen Liga taten es die Kiwis den Aussies gleich. Von 2002 bis 2007 dauert der erste Anlauf, ab 2009 lief die «National League» in verschiedenen, fortlaufend ändernden Modi. In den letzten Jahren mischten sich mehr Teams von Clubs unter die Teams der Regionalverbände im Ligabestand.

Auch im neuseeländischen Frauenfussball tut sich etwas. Nicht nur, aber auch dank der Rolle als Gastgeberland gibt es Fortschritte.

Diese Massnahmen sind vorgesehen:

  • Drei-Jahres-Investition: in Coaching Programme für Frauen, inkl. nationales Coaching-Netzwerk
  • Events: Fussball-Anlässe für Mädchen
  • Förderung: für Frauen in Führungspositionen
  • Verbesserung der Anlagen: 19 Millionen neuseeländische Dollar für ein Infrastruktur-Update

Eine Antwort auf „Ein Blick «Down Under» – an die WM 2023

Add yours

Hinterlasse einen Kommentar

Eine WordPress.com-Website.

Nach oben ↑